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ANNIKI, TUUL UND NACHTWIND

März 2011. Die Mutter einer Schülerin von Thomas hatte gehört, dass wir verschiedene Ponys haben und fragte, ob wir nicht noch Platz für drei Shettlandponys hätten, die auf ihrem Hof stünden, denen es aber sehr schlecht ging und deren Besitzer sich nicht gut um sie kümmerte.
Wir fuhren hin und ich war über die Gleichgültigkeit der Frau fast noch mehr empört, als über das Verhalten des Mannes, immerhin spielte sich das Ganze auf ihrem Hof ab und sie stand finanziell sehr gut da. Der Mann hatte von der Frau einen Stalltrakt gepachtet, in dem er sieben Springpferde und eben diese drei Ponys untergebracht hatte. Die Versorgung klappte nicht mehr, es wurde nicht mehr richtig ausgemistet, die Ponys waren in eine Box gesperrt und waren offensichtlich längere Zeit nicht mehr aus dieser heraus gekommen. Er war wohl durch eine Trennung von seiner Frau und das Wegziehen seiner erwachsenen Söhne in finanzielle und emotionale Schwierigkeiten geraten. Die Springpferde waren fast alle schon verkauft, nur die drei Ponys brauchten noch ein gutes Zuhause.
Anniki ist eine kleine Fuchsscheckstute und war damals fünf Jahre alt, ihr Sohn Tuul ein kecker Fuchshengst mit heller Mähne war ein knappes Jahr alt und Nachtwind, der wunderschöne Rappe und Vater von Tuul war ebenfalls fünf Jahre alt und inzwischen Wallach. Gegen eine Schutzgebühr von 600 Euro übernahmen wir die Ponys.
Nach Untersuchung durch die Tierärztin stand fest, dass alle drei stark von Milben und Haarlingen befallen und komplett verwurmt waren. Anniki und Tuul hatten und haben zu lange, zu lockere Kniebänder. (Durch gezielten Muskelaufbau und durch den natürlichen Wachstum der Ponys (sie waren ja noch sehr jung) haben sich bei beiden die Bänder stabilisiert, sind aber immer noch nur eingeschränkt und vorsichtig belastbar).
Über fünf Wochen mussten wir einmal wöchentlich eine Behandlung gegen die Milben und Haarlinge durchführen. Die Ponys waren so hartnäckig befallen, dass wir ihr dickes Winterfell scheren mussten. Es war sehr schwierig, sie zu behandeln, da vor allem Mutter und Sohn sehr wild und unerzogen waren. Außerdem gerieten beide in Panik, wenn sie in einer Box verweilen sollten und sei es nur für wenige Minuten. Tuul zeigt noch heute, fast fünf Jahre später ein unsicheres und fast hysterisches Verhalten, wenn er für Momente in einer Box bleiben soll.
Die Verwurmung der Ponys war so schwerwiegend, dass sie in kürzeren Abständen mehrfach entwurmt werden mussten. (Auch hier kamen nicht nur chemische Entwurmungsmittel zum Einsatz, sondern auch natürliche Kräutermischungen.)
Nach sechs Wochen zeigte Nachtwind Kolikanzeichen, wurde von der Tierärztin Notfall behandelt und über seine Nüstern wurde sein Magen gespült. Es kam zu einer Dünndarmverdrehung. Nach 16 Stunden Überlebenskampf mussten wir ihn gehen lassen und die Tierärztin schläferte ihn sanft und respektvoll ein.
Im Nachhinein schien es uns so, als hätte Nachtwind von Anfang an gewusst, dass er zu uns gekommen war, um in Frieden zu sterben und seine Familie in unserer Obhut zu lassen.
Anniki und Tuul haben sich toll entwickelt und mögen es beide sehr umsorgt, geputzt, spazieren geführt, mit Menschen Beziehungstraining zu machen und auch manchmal von leichten Kindern geritten zu werden. Besonders Tuul ist ein guter , kecker Lehrer, der eine große Klarheit UND Freundlichkeit von seinem Gegenüber erwartet. (Inzwischen ist er ein Wallach und der unermüdliche Tobepartner von allen anderen Wallachen hier am Hof).
Beide freuen sich über Paten, die sie besuchen, zu ihrem Wohlbefinden beitragen und die ein Stück weit mit dafür sorgen, dass sie optimal versorgt sind!

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